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Charles Haddon Spurgeon (1834 - 1892)

Er gilt als der größte Prediger Englands. Am 19.6.1834 in Kelvedon, Essex geboren, wuchs er im frommen Elternhaus auf. Seine Familie stammt von holländischen Flüchtlingen ab, die vor dem Blutregiment Herzog Albas nach England flüchteten.

Als Spurgeon 15 Jahre alt war, wurde er Hilfslehrer und geriet in eine Periode des Zweifels an Gott. In dieser Zeit hörte er durch Zufall eine Predigt, die ein schlichter Laienprediger hielt. Dieser rief immer wieder: "Junger Mann, blick auf Christus!". Dieser Satz brannte sich in ihm ein und führte ihn zu einem neuen Glauben. Sein Zweifel wich einer tiefen Gewißheit.

Er vertiefte sich in das Studium der Heiligen Schrift und ließ sich 1850 in einer Baptistengemeinde taufen.
Als nur 16jähriger wurde er ein überaus aktiver und erfolgreicher Zeuge Jesu Christi und Prediger. Als Gemeindepastor in Worterbeach predigte er unter großem Zulauf in Scheunen, auf Dächern und unter freiem Himmel. Ab 1854 auch in London.
Eine geplante theologische Ausbildung in einem College mißglückte, so daß der bereits durch seine Wirksamkeit legitimierte junge Prediger darauf verzichtete und durch fleißiges Selbststudium in den Grundsprachen der Bibel und in den Naturwissenschaften seine Ausbildung ergänzte.
Spurgeon sah alle Zuhörer als Sünder an, die gerettet werden sollen, und verkündigte ihnen, daß sie in Christus neue frohe Menschen werden. Das Geheimnis seiner Predigt war das unablässige Gebet. Er sagt darüber in seinen "Ratschlägen für Prediger": “Das Gebet ist unser wichtigster Gehilfe, solange die Predigt noch auf dem Amboß ist. Wenn andere, wie Esau, jagen gehen nach einer Mahlzeit, werden wir durch das Gebet ein köstliches Mahl zu Hause finden und können wie Jakob - aber mit voller Wahrheit - sagen: "Der Herr hat mir´s beschert." - Unsere gebetslosen Predigten weisen sich als Heu und Stoppeln aus. Ein gewaltiger Beter ist eine feurige Mauer um sein Vaterland her. Die Gebete eines Knox fürchten seine Feinde mehr als die feindlichen Heere. - Wir sollten nicht nur, wir müssen mehr beten. Das Geheimnis all unseres Erfolgs im Predigtamt liegt im Beten.”

Spurgeon hatte eine wundervolle Gabe, seine Predigten zu illustrieren. Er nannte die Illustration das "Fenster der Predigt".

Anfangs predigte Spurgeon in weltlichen Sälen und Vergnügungsstätten. Für den vierundzwanzigjährigen Prediger bauten dann seine Freunde, weil alle Säle nicht mehr reichten, das Tabernakel in London mit 5500 Sitzplätzen. Manchmal waren 10.000 Zuhörer im Tabernakel. Man mußte schon eine halbe Stunde vorher kommen, um einen Platz zu erobern. Spurgeon stand fröhlich auf der Plattform in der freudigen Gewißheit des göttlichen Beistandes und schlug siegreiche Schlachten für seinen Meister Jesus Christus. 1874 gründete er ein Predigerseminar, aus dem 742 Prediger hervorgegangen sind.

Spurgeon war natürlich und humorvoll. Als die Cholera in London wütete, war seine Seelsorge viel begehrt. Er war so angespannt, daß er meinte, er würde selbst krank werden. Da stärkte ihn am Fenster eines Schuhmachers ein Bibelwort: "Weil du den Herrn, den Höchsten, zu deiner Burg gemacht hast, so wird dir kein Übles begegnen."

Spurgeon baute eine lebendige Gemeinde mit vielen Mithelfern in Stadtmission und Sonntagsschule, hatte 17 Armenhäuser, Waisenhäuser für fünfhundert Knaben, eigene Schulen und Altersheime zu versorgen. Die Mittel kamen von der Gemeinde. Doch hatte er auch manchmal Geldnot, wobei er dann fröhlich zu sagen pflegte: "Wenn die Ebbe am tiefsten ist, muß die Flut bald zurückkehren".

Seine Predigten wurden in der ganzen Welt verbreitet. 27 Jahre lang gab er die Zeitschrift "Schwert und Kelle" heraus. Seine gesammelten Schriften füllen 100 Bände, davon seine Predigten allein 43. Sein volkstümlicher Psalmenkommentar "Davids Schatzkammer" war sein Hauptwerk von bleibendem Wert.

Am 31. Januar 1892 ist er in Mentone, Frankreich, im Frieden entschlafen. In einem Alter von 58 Jahren war seine Kraft verbraucht. Vor seinem Ende sagte er noch: "Meine Arbeit ist zu Ende, aber der Herr hat alles wohl gemacht."